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Kunstrasenplatz auf dem B-Platz in Mehle?

Stellungnahme zum Thema Kunstrasenplatz auf dem B-Platz in Mehle

Artikel vom 27. Januar 2026

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    - Quelle Titelbild: LDZ -

    Der SSV Elze v. 1910 gibt hiermit eine Stellungnahme zum Zeitungsartikel aus der Leine-Deister-Zeitung vom vom 24.01.2026 mit dem Thema Kunstrasenplatz auf dem B-Platz in Mehle ("Bald Ganzjahresbetrien auf dem B-Platz") ab.

    Der SSV Elze betrachtet die Entscheidung zum Bau eines Kunstrasenplatzes im Ortsteil Mehle mit großer Sorge und unterstützt diesen Weg in der derzeitigen Form ausdrücklich nicht.

    Uns ist bewusst, dass der Rat und die Verwaltung vor der Herausforderung stehen, zeitnah Entscheidungen zu treffen und Fördermöglichkeiten – insbesondere im Rahmen der sogenannten „Sportmilliarde“ des Bundes – zu nutzen. Genau deshalb halten wir es für umso wichtiger, jetzt eine sachlich richtige, bedarfsgerechte und langfristig tragfähige Entscheidung zu treffen.


    1. Der tatsächliche Bedarf liegt eindeutig in der Kernstadt
    Der SSV Elze ist mit über 400 Mitgliedern, mehr als 17 Mannschaften und über 200 Kindern und Jugendlichen der mit Abstand größte Fußballverein der Stadt. Der überwiegende Teil des organisierten Spiel- und Trainingsbetriebs in Elze findet bei uns statt. Demgegenüber stehen im Ortsteil Mehle aktuell lediglich drei Mannschaften, in Wülfingen eine Mannschaft.
    Die Trainingspläne zeigen, dass die beiden aktuell nutzbaren Sportstätten – der Lindenweg (LW) und der Sportplatz an der Astrid-Lindgren-Schule (ALS) – unter Idealbedingungen (insbesondere den Wettereinflüssen) nahezu zu 100 % belegt sind. Punktspiele finden ausschließlich am Lindenweg statt, da dies der einzige dafür geeignete Platz ist. Ein ganzjährig nutzbarer Platz wird dringend benötigt – aber aus unserer Sicht dort, wo der Bedarf am größten ist: in der Kernstadt Elze.


    2. Der Standort Mehle löst das Problem nicht – er verlagert es
    Aus Sicht des SSV Elze sprechen gewichtige Argumente gegen den geplanten
    Kunstrasenplatz in Mehle:
    - Der Hauptnutzer wäre zwangsläufig der SSV Elze – also ein Verein, der nicht vor Ort ansässig ist.
    -Der Platz läge rund 4 km vom Elzer Stadtzentrum entfernt. Für viele Kinder und Jugendliche bedeutet dies zusätzliche Wege, Abhängigkeit von Fahrdiensten und einen höheren organisatorischen Aufwand.
    - Training und ggf. Spiele auf dem Gelände eines anderen Vereins können dauerhaft Konfliktpotenzial bergen und sind kein tragfähiges Modell für die Zukunft.
    - Es besteht die ernsthafte Gefahr, dass eine erhebliche Investition nicht die Nutzung und den Mehrwert erfährt, den sie an einem zentralen Standort in Elze hätte.
    In dieser Konstellation entsteht der Eindruck, dass am Ende viel Geld investiert wird, ohne den größtmöglichen Nutzen für die Mehrheit der Sporttreibenden in der Stadt zu erzielen.


    3. Sportstättenplanung darf nicht erneut ohne die Vereine erfolgen
    Leider reiht sich der aktuelle Prozess aus unserer Sicht in eine Reihe von Entscheidungen ein, bei denen die Sportvereine nicht oder nicht ausreichend eingebunden wurden – zuletzt beim Verkauf des Saalestadions, mit dem eine zentrale Entwicklungsfläche für den Sport aufgegeben wurde. Gerade bei einer Investition dieser Größenordnung wäre die Einbindung der Nutzer, nämlich den fußballspielenden Vereinen notwendig, um nicht an den tatsächlichen Bedarfen vorbei zu investieren.


    4. Unser Gegenvorschlag: Umwandlung der Spielfläche an der Astrid-Lindgren-Schule (ALS)
    Der SSV Elze hat wiederholt vorgeschlagen, die bestehende Rasenfläche an der Astrid-Lindgren-Schule in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln. Dieser Standort bietet aus unserer Sicht erhebliche Vorteile:
    - zentrale Lage in der Kernstadt
    - unmittelbare Nähe zu Schulen und Jugendeinrichtungen
    - bestehende sportliche Nutzung und Akzeptanz
    - direkter Nutzen für den größten Teil der aktiven Sportlerinnen und Sportler
    - ganzjährige Nutzung durch die Grundschule möglich
    - Einmalige Beschaffung von Umkleide- und Sanitärcontainer (unseres Wissens nach auf dem ALS Sportplatz geplant)

    Die Verwaltung hat diesen Vorschlag mit dem Hinweis abgelehnt, dass eine solche Umwandlung einem Neubau gleichkomme und damit aktuelle Emissions- und Lärmschutzregelungen greifen würden, welche nicht einzuhalten wären.

    Unsere eigene Prüfung mit dem Landkreis Hildesheim hat jedoch ergeben, dass der reine Austausch der Spielfläche nicht als neues „Vorhaben“ gewertet wird und somit rechtlich sehr wohl möglich ist. Wir fordern Rat und Verwaltung daher ausdrücklich auf, das Gespräch mit dem Landkreis offiziell aufzunehmen und diese Option fachlich sauber zu prüfen und zu planen.


    5. Positive Effekte eines ganzjährig bespielbaren Kunstrasens an der ALS
    Auch wenn durch diese Umwandlung kein „dritter“ Fußballplatz entsteht, würde ein Kunstrasenplatz an der Astrid-Lindgren-Schule die gesamte Trainings- und Spielsituation spürbar verbessern:
    - deutliche Entlastung und Schonung des Lindenweg-Rasenplatzes
    - Möglichkeit, Jugendspiele und ggf. Testspiele an der ALS auszutragen
    - bessere Trainingsbedingungen im Herbst und Winter, weniger Ausfälle
    - Reduzierung des Drucks auf Hallenkapazitäten, da weniger Ausweichtraining nötig wäre
    - bessere Planbarkeit für Ehrenamtliche, Trainer und Eltern (Elterntaxis, Materialtransporte, etc)
    Diese Effekte sind im von uns vorgelegten Konzeptpapier detailliert beschrieben und belegt.


    6. Zu den bekannten Argumenten für Mehle
    Uns bekannte Argumente der Stadt möchten wir nicht ignorieren, sondern einordnen:
    - „Einzige gemeindeeigene Fläche“: Eigentum allein darf nicht das Hauptkriterium sein, wenn der Standort den Bedarf verfehlt
    - „Kinder können mit dem Rad fahren“: Für viele jüngere Kinder, besonders im Winter und bei Dunkelheit, ist das keine realistische oder sichere Lösung.
    - „Es muss schnell gehen wegen Fördermitteln“: Schnelligkeit darf nicht zu einer Fehlentscheidung führen, die die Stadt über Jahrzehnte bindet und die dazu führt, dass der Platz nicht die Nutzung erfährt, die er aus unserer Sicht erfahren sollte.


    7. Unser Angebot
    Der SSV Elze ist und bleibt uneingeschränkt gesprächs- und kooperationsbereit. Wir sind an einer ganzheitlichen, effektiven Lösung mit einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis für alle Beteiligten interessiert – im Sinne der Kinder, Jugendlichen, Ehrenamtlichen, der Sportvereine und der gesamten Stadt Elze.
    Wir bitten Sie daher eindringlich, die aktuelle Entscheidung zu überdenken, den Dialog mit den Sportvereinen aufzunehmen und insbesondere die Umwandlung der Spielfläche an der Astrid-Lindgren-Schule ernsthaft zu prüfen.
    Gerne stehen wir für einen gemeinsamen Termin, eine Arbeitsgruppe oder einen Ortstermin zur Verfügung.


    Mit sportlichen Grüßen
    Der Vorstand